10. August 2014

Kuala Lumpur

Eigentlich sollte Kuala Lumpur "nur" das Wochenende vor einer Woche Urlaub mit Strand und Tauchen werden. Weil das aber aus diversen Gründen in der Arbeit so nicht funktioniert hat, und sich der Flug auch wegen Billigtarif nicht mehr stornieren ließ, wurde es nur ein Wochenende in Kuala Lumpur - Nachtflug hin, zwei volle Tage in KL, und mit dem Abendflug wieder zurück. Obwohl die Zeit sehr begrenzt war, aber KL nicht unglaublich viele Top-Sightseeing-Spots hat, war es doch insgesamt ein sehr entspanntes Wochenende! Aber erst einmal einchecken - über das Internet haben wir ein super Hotel zu einem extrem günstigen Preis gebucht - wie sich herausstellte war es ein Eröffnungsangebot: ein nagelneues, tolles Hotel, mitten im Ausgehviertel, und auch sonst nicht weit von den Sehenswürdigkeiten entfernt! Als erstes lassen wir uns also zum historischen Teil der Stadt fahren (obwohl es zu Fuß auch nur ein paar Minuten gewesen wären wie wir dann festgestellt hatten - haben wohl die Größe und Entfernungen etwas falsch gedeutet!).
Am schönen Merdeka Square stehen viele alte Gebäude sowie die bekannte Moschee Masjik Jamek - alles sehr arabisch angehauchte Architektur! Im daneben gelegenen Stadtmuseum schauen wir uns dann die Stadt in Miniatur an, bevor wir uns durch den Central Market mit unzähligen kleinen Shops treiben lassen. Abgesehen vom Chinesischen Teil, in dem es den gleichen Kram gibt wie in China, sind die Waren doch etwas hochwertiger! Und im Obergeschoss gibt es dann auch einen Food Court mit vielen Spezialitäten - genau richtig für ein Mittagessen!

Erstaunlich viele alte Bauten gibt es in der Stadt - und die Stadtviertel sind sehr nach gelegen, sodass man nur ein paar Straßenzüge weitergehen muss und man kommt vom alten Teil nach Chinatown und ins indische Viertel! Keines davon hat unglaubliche Sehenswürdigkeiten - aber jedes doch ihren Reiz, und gerade diese Mischung macht diese Stadt sehr interessant und vielfältig! Und ebenso authentisch - man merkt zum Beispiel sofort dass man in Little India ist: chaotisch und laut wie in Indien, eng, Essensmärkte, unglaublich viele Düfte! Zwischendrin immer mal wieder ein Tempel (davon haben wir alle schon mehr als genug gesehen, abgesehen von einigen wenigen sparen wir uns das also). Und bunt ist die Stadt, immer mal wieder ein kallfarbenes Haus, oder lilafarbene Busse - das gibt dem ganzen schon einen gewissen Charakter! Irgendwann "verirren" wir uns doch nach Chinatown, obwohl das nicht direkt auf der Liste stand - und dann gibt es da dieses Café "Old China" - ein super Café im alten chinesischen Kolonialstil, perfekt für den Kaffee am Nachmittag!

Der Abend steht dann natürlich im Zeichen der Petronas Towers, DAS Wahrzeichen von KL! Nach einer kurzen Verschnaufpause machen wir uns auf die Suche nach dem besten Blick auf die Türme - zahlreiche Internetseiten geben dazu verschiedene Hinweise...leider nicht alle ganz so perfekt wie beschrieben: 
Die Pool-Bar im Trader's ist leider mehr Pool als Bar, und komplett geschlossen - aber die Aussicht ist von hier wirklich fantastisch! 


Also weiter ins nicht weit entfernte Hyatt, angeblich auch toll - der Blick gut, leider verdecken ein paar Gebäude die perfekte Sicht. Na gut, dann eben einen Aperitif und eine Vorspeise hier (und wohl eins der besten Beef Tatar)!


Und dann aber mal die Towers aus der Nähe beobachten, direkt von unten - schon sehr beeindruckend!


Nächster Tipp war dann eine (wohl die beste) Bar mit Aussicht auf die Türme - naja, die Bar war eher aus den 80ern, und aufgrund der Perspektive sieht man nur einen Turm, zusätzlich waren die Cocktails...naja. Aber immerhin unter freiem Himmel! Und wir entdecken eine weitere Bar ganz in der Nähe - wie sich herausstellt aber sehr exklusiv und mit Dresscode, mit unseren offenen Schuhen und kurzen Hosen dürfen wir leider nicht rein - es wäre eine Party auf einem Helikopter-Landeplatz auf einem Hochhaus gewesen, mit Live Band...tja, für nächstes Mal wissen wir bescheid! Also wird's dann doch das Ausgehviertel, mit Nachtmarkt, unzähligen Essensständen auf der Straße, und dann ein paar Straßenzüge nur mit Bars. Ja, hier könnte man sicherlich die ganze Nacht durchfeiern!

Am Sonntag früh fahren wir hinaus zu den Batu Caves, den berühmten und heiligen Höhen gleich außerhalb der Stadt. Wir haben Glück, es sind nicht zu viele Leute unterwegs. Durch unzählige Stufen geht es steil hinauf, hinein in die Höhlen, in denen - natürlich - Tempel untergebracht sind, und die Hindus beten. Es gibt auch unzählige Affen, die sich mit den Touristen einen Spaß machen, Wasserflaschen und Süßigkeiten klauen! Und sich auch mal mit den Touristen fotografieren lassen: 


Wieder in der Stadt, lassen wir uns erst in Little India ein leckeres indisches Essen in einem sehr lokalen Restaurant schmecken, bevor wir dann auch in die Moschee dürfen (die am Vortag geschlossen war) - natürlich nur mit speziellem Umhang! Bis es dann wie aus Eimern zu regnen anfängt! Also ab ins nächstgelegene Café...wieder ein kleiner Glücksgriff, eine kleine Oase inmitten einer Großstadt! Nach einem Streifzug durch die Stadt ist dann noch etwas Entspannung im hoteleigenen Pool angesagt, bevor das Wochenende auch leider schon wieder zu Ende ist! Und obwohl ich vorher nicht viel gutes von KL gehört habe: wie ich fand auf jeden Fall ein paar Tage wert, in diesem Mix aus allen möglichen Kulturen!


2. August 2014

Nachmittags-Unterhaltung

...geht auf chinesisch seit neuestem so:



Taifun-Wetter

Eigentlich war für das gesamte Wochenende Taifun-Warnung angesagt. Geregnet hat's dann auch etwas mehr, windig war es auch - aber der Samstag war überraschend schön: Nach dem Sturm kommt die Sonne, der Dreck ist weggeblasen...und dann alles wieder von vorne. Ein bisschen wie Aprilwetter! Und nebenbei ein super Bild der Skyline, wenn die höheren Türme teilweise in Wolken gehüllt sind:


31. Juli 2014

Blauer gehts kaum

...zumindest nicht in Shanghai!


20. Juli 2014

Ein Sommertag wie im Bilderbuch

Solche Tage gibt es nicht häufig in Shanghai: tiefblauer Himmel, ein paar weiße Wölkchen, heiß aber nicht zu schwül, etwas Wind. Und wenn das noch dazu ein Sonntag ist - nichts wie ab zum Bund und sich einen erfrischenden Sommer-Cocktail oder Kaffee mit Blick auf die Skyline gönnen:


Und damit der Tag auch gut ausklingt: bei Paulaner zum halben Preise gut-deutsche Küche, mit einem schönen Sonnenuntergang:



Über Geschmack lässt sich streiten...


14. Juli 2014

WM Finale - WELTMEISTER!!!

WM-Finale in Shanghai geht so: man reserviert sich vorab Tickets mit ein paar Leute im Zapatas, einer sehr ausländerlastigen Bar. Um etwa halb ein Uhr morgens trifft man sich dann dort ausgerüstet mit Deutschland-Shirts, Schals, Weltmeister-Pokalen und anderen Utensilien mit hunderten anderen Deutschen (und anderen Deutschland-Fans), trinkt dann das ein oder andere Bier das im Eintrittspreis inklusive war. Und um 3 Uhr morgens fängt dann auch endlich das Spiel an, übertragen auf zwei großen Leinwänden, sogar eine Tribüne für die VIP-Gäste gibts. Ja, die Zeit ist irgendwann ganz schön langsam vergangen - aber das tut dann der Stimmung bei Anpfiff des Spiels und auch währenddessen keinen Abbruch! Die 20 argentinischen Fans sind etwas in der Unterzahl, nichtsdestotrotz war der Jubel (und die Bierdusche) beim Abseits-1:0 nicht ohne (aber der Jubel der Deutschen beim Abseitspfiff ebenso). Und so ging das weiter, Stimmung wie im Stadion, langsam wird's dann auch hell, Bier gibts noch immer, und die Bierduschen auch. Und als dann das Spiel endlich vorbei ist - WELTMEISTER!!!! Unglaublich, und dann geht die Party eigentlich erst richtig los! Aber irgendwann gehen die meisten dann doch heim - die Taxifahrer haben sich sicherlich über den Biergeruch der Klamotten gefreut -, die dringend notwendige Dusche, zwei Stunden Schlaf, und mit etwas Verspätung dann mittags ins Büro. Aber Deutschland wird schließlich nicht jeden Tag Weltmeister!


13. Juli 2014

Fan-Bier

Fan-Bier gibts auch in China - für schlappe 3,40 EUR die Flasche:


Geburtstagsfeiern...

Und gleich der nächste Grund, dass die Nächte länger als die Tage sind: Geburtstagswochenende! Schöner Zufall, dass am Freitag Abend ein schickes Dinner mit anschließenden Drinks geplant war...und das natürlich solange dauerte, bis es auch Mitternacht war. Was einen Geburtstagskuchen und eine Flasche Wein aufs Haus zur Folge hatte! Und die ein oder andere Bar im Anschluss daran. Was dann wiederum zur Folge hatte, dass ich am eigentlichen Geburtstag nicht wirklich fit war...aber bis zum geplanten Abendessen und der eigentlich Feier war auch dieses Problem gelöst, und so konnte der zweite Teil der Feier starten! Hat Vor- und Nachteile, wenn der Geburtstag auf einen Samstag fällt ... aber lustig war das auf jeden Fall!

9. Juli 2014

WM Halbfinale

Nachmittags wieder in Shanghai gelandet, ausgepackt und den Kühlschrank mit dem Notwendigsten aufgefüllt, sollte es definitiv ein anstrengende Woche werden, die nicht dazu beiträgt den Jetlag schnell zu überwinden: WM Halbfinale! Leider finden diese Spiele ja zu einer sehr ungünstigen Zeit in China statt, dieses Mal um 3 Uhr morgens. Und weil ich ja schon geahnt hatte, dass ich etwas müde sein würde, gibts das Spiel zuhause vorm Fernseher. Chinesischer Sender, der das Spiel live überträgt, und parallel per Internetradio der deutsche Live-Kommentar. Und spätestens nach dem ersten Tor war ich dann hellwach ... unglaublich dieses Spiel! Und gleichzeitig gabs wahrscheinlich innerhalb so kurzer Zeit noch nie soviel unglaubliche Facebook, Whatsapp, Wechat Nachrichten wie während dieses Spiels! Und weil das alles so schön war, tat auch das Wetter in Shanghai das gleiche: Ein super schöner Morgen...was für ein wunderbarer Tag!


8. Juli 2014

Kurzer Sommerurlaub dahoam

Endlich ist der diesjährige Sommer-Trip nach Deutschland da! Anlass sind - wie auch in den letzten Jahren - zwei Hochzeiten, die wieder einmal super geplant an zwei aufeinanderfolgenden Wochenende stattfinden! Und so gehts los...blöderweise ab Shanghai mit mehr als 4 Stunden Verspätung, frage nicht wieso, keine Startfreigabe. Blöd nur weil an dem Abend (deutscher Zeit) das Spiel Deutschland-USA stattfinden sollte, dieser A380 aber anscheinend der einzige ist, der noch kein WLAN hat und daher auch kein Fußballspiel. Naja, aber wie das so ist, wollen nicht alle Passagiere so lange warten, und so werden irgendwann mal ein paar Plätze frei - auch oben in der Business Class. Und weil das sitzen sowieso langweilig ist, hatte ich mal einen Plausch gehalten mit den netten Flugbegleitern, die mich schon beim einsteigen so nett begrüßt haben ("Sie kenne ich...ich hab Sie heute schon auf der Autobahn im Taxi gesehen..."). Und naja, dann hab ich mich mal angeboten, gerne einen leeren Sitz in der Business Class aufzufüllen. Und irgendwann hat das dann auch geklappt. Also ein relaxter Flug nach Frankfurt, mit lecker Essen im oberen Stockwerk. Blöderweise hab ich natürlich den Anschlussflug nach München verpasst, also Übernachtung im Hotel und den ersten Flug morgens nach München...einwandfrei organisiert von der Lufthansa. Und pünktlich angekommen zu einem leckeren Frühstück bei Lilly!
Am Nachmittag gehts in die Stadt, Freunde treffen, in der Sonne sitzen, die Ruhe genießen; und am Abend dann auf ein leckeres Abendessen beim kleinen Italiener mit den ehemaligen IMlern! Und nach einem weiteren super Frühstück und einer Stunden in der Sonne dann der nächste Stopp: Regensburg, zur Hochzeit von Susanne! Die findet in einem tollen Garten/Gewächshaus außerhalb Regensburgs statt...ein toller Tag und sehr lustiger Abend, der natürlich wieder viel zu schnell vorbeiging!

Dann ist ein Stopp im Chiemgau dran, und nach Kaffee und Kuchen gibts dann eine Wahnsinns-Grillage bei Maria und Raphael...das war dann wohl genug für ein paar Tage ;-) Und so gehts dann auch weiter mit Freunde treffen, Kaffee trinken, Fußball schauen, einkaufen - und weil's Wetter so schön ist und vom Europark in Salzburg der Gaisberg so schön lacht, auf einen kleinen Abstecher hinauf auf den Berg. Wegen Zeitmangel "nur" mit dem Auto, aber die Aussicht ist trotzdem ein Traum!


Nächster Stopp der Besuchstour ist Nürnberg, ein bisschen Arbeiten aber trotzdem wie immer auch um eine gute Zeit mit Freunden zu verbringen! Und schon ist das letzte Ziel in Reichweite: ab nach Linz! Fußball an der Strandbar, Grillen im Garten, eine super lustige Hochzeit von Biene & Markus ... und leider ist die Woche schon wieder um! Und wie immer war es sehr sehr toll...

22. Juni 2014

Weißwurstfrühstück

Ab und zu muss ein bisschen Luxus sein, und zum Glück kann man in Shanghai für Geld alles kaufen! Und so steht das schon lange geplante Weißwurstfrühstück an - herrlich!! Frische Brezen vom deutschen Bäcker, lokal produzierte und sehr original schmeckende Weißwürste, und importierter Hausmachersenf... was will man mehr!








21. Juni 2014

Betriebsausflug auf chinesisch

Einmal im Jahr findet das sogenannte Company Outing statt - quasi Betriebsausflug auf chinesisch. Für die Mitarbeiter ein Highlight, und so wir auch schon Monate vorher von den jeweiligen Assistentinnen geplant. Dieses Jahr wurde der Ausflug mit allen Kollegen unseres Bereichs in Peking gemacht - also 5 Reisebusse voll. Nach 2 oder 3 Stunden Busfahrt am Freitag Nachmittag raus aus Peking waren wir also angekommen - in einem riesigen luxuriösen Hotelkomplex inmitten von Hügeln und Natur. Das Hotel wurde wohl erst kürzlich eröffnet, und ohne die Bauern und Landeigentümer zu fragen - auf jeden Fall haben die mit Erdhaufen und Geräten erst mal den Eingang versperrt. Nach ein bisschen Chaos beim Einchecken gings dann auch raus in die Sonne, zu ein paar Teambuilding-Aktivitäten, und einem Abendessen-Buffet. Natürlich gab es auch das ein oder andere Bier, und einige Gambei-Runden! Und zu späterer Stunde musste dann die Hotelbar herhalten.

Der nächste Tag war dann der Ausflug in die umliegende Natur: eine Busstunde entfernt ging es durch viel Grün (aber sehr viel künstlichen Wegen) hoch zu ein paar wohl sehr berühmten Höhlen; und nach dem Mittagessen unzählige Serpentinen hoch, gemütlich verweilen auf einer grünen Wiese inmitten von Bergen, und dann eine Wanderung quer durch einen dichten Wald, vorbei an Flüssen...angenehme Temperaturen mitten in der Natur - wer hätte das gedacht so nah an Peking dran! Ja, sowas bekommen wir Ausländer hier nicht so oft zu sehen...aber lernt es dann gleich viel mehr zu schätzen ;-)


17. Juni 2014

Fußball mitten in der Nacht

China befindet sich bekanntlich nicht in einer optimalen Zeitzone wenn es um die Live-Übertragung von Sportveranstaltung geht. So natürlich auch nicht bei der WM! Aber zumindest die deutschen Vorrundenspiele müssen live in der Sports-Bar geschaut werden! Und so gehts dann eben für die Spiele um Mitternacht bzw. 3 Uhr morgens in die Bar...nicht ganz einfach, aber nach einem kühlen Bier und mit entsprechender Stimmung lässt sich das alles durchhalten! :-)



15. Juni 2014

BBQ am See

Shanghai ist ja bekanntlich riesig - und so trifft man immer wieder auf überraschende Sachen, und das meist durch Zufall. Bekannte von einem Arbeitskollegen fahren zu einem Grill-Event irgendwo in Pudong. Und weil ich sonst auch nichts vor hab, komm ich eben mit. Gefühlt endlos geht es durch die Stadt, Richtung Flughafen, die Straßen werden breiter, die Gebäude weniger, die Umgebung grüner, bis wir in eine Hotelanlage einfahren - und dort befindet sich The Face, eine Bar an einem See, super ruhig, außenrum nur grün, nebenan ein Golfplatz - quasi wie Urlaub! Und das Essen ist auch super. Nur die Mücken werden am See irgendwann lästig - aber was gibt es auszusetzen bei einer so tollen Location! Ein toller Abend - der dann noch mit einem gefühlt endlosen Bar-Hopping durch Shanghai endet...

8. Juni 2014

Hinter den Kulissen der Schneider

Kurz vor Hochzeiten bin ich wie jedes Jahr beim Schneidermarkt, um mir ein traditionelles chinesisches Kleid (Qipao) schneidern zu lassen. Erster Besuch: Stoff aussuchen, Schnitt festlegen, Maß nehmen. Zweiter Besuch: erste Anprobe, Maße genau festlegen. Dritter Besuch: Eigentlich der letzte. Und weil das dieses Mal nicht so geklappt hat, und ich keine Zeit mehr habe, gehen wir also direkt dorthin, wo auch die Arbeit gemacht wird. Also raus aus dem 4-stöckigen Gebäude, in dem sich ein Laden mit Stoffen neben den anderen reiht, ein paar Straßen weiter durch chinesische Gassen, vorbei an einem Stoffmarkt mitten auf der Straße, hinein in die verwinkelten Gassen. Und dann sind wir da, ein mini kleines Haus, eine super schmale und steile Treppe hoch, erster Stock mit ein paar Nähmaschinen, wir gehen in den zweiten. Nähmaschinen, ein Bügelbrett, viel Stoff, viel Unordnung. Eine Mikrowelle, oben eine Matratze. Hier werden also die Kleider gemacht... also, Anprobe, abstecken, nähen, Anprobe, anpassen, bügeln, fertig... schon verrückt das mal gesehen zu haben!





3. Juni 2014

Mit dem Zug nach Lhasa

Nun wird auch dieses Ziel wahr: mit dem Zug nach Lhasa - nachdem das ja bei meinem letzten Besuch in Tibet vor 7 Jahren nicht geklappt hat! Bepackt mit ein paar Klamotten, und aber vor allem Essen, Trinken und allem anderen Notwendigen für 44 Stunden Zugfahrt treffen wir 8 uns in Peking am West-Bahnhof (ein unvorstellbar großes Gebäude - das kann sicherlich mit einigen Flughäfen mithalten ;-)). Sicherheitskontrolle und Boarding ist wie immer reibungslos, und schon sind wir im Waggon und beziehen unsere beiden Kabinen á 4 Personen! Die Fahrt kann also beginnen! Wie schnell oder langsam wohl die 44 Stunden vergehen, wie werden wir die Höhe vertragen, ist die Landschaft wirklich so spektakulär wie angekündigt und erwartet?

Um 20 Uhr gehts los, die Wägen rollen raus aus dem Bahnhof! Und damit wird dann auch zur Feier des Tages das erste Bier geöffnet! Musik in der Kabine, Snacks und Bier - ein gemütlicher und sehr lustiger Abend, bis uns die Schaffner dann doch zum schlafen auffordern! Und einige Stunden später wachen wir dann - nach überraschend angenehmem Schlaf auf - und sehen erst mal eine mond-artige Landschaft. Karg, Gestrüpp, hügelig, viele Windräder. Also erst mal Katzenwäsche, und natürlich Frühstück, Kaffee. Die Waggons sind mit Waschbecken, Toiletten (mal sauber, mal nicht so wirklich), heißem Wasser für Tee, Kaffee, Instantnudeln ausgestattet. Es gibt natürlich auch ein Bordrestaurant, das Essen wie auch Getränke, Obst etc wird auch mit Wägen durch die Waggons geschoben (aber wir vertrauen dann doch lieber dem mitgebrachten Essen). Es gibt also Kaffee, Toast, Nutella, Muffins und sogar gekochte Eier zum Frühstück! Irgendwann bleiben wir dann auch in einem Bahnhof stehen, kurz raus und die frische Luft genießen. Wenn nötig kann man sich am Bahnstein auch mit allem Notwendigen von Klopapier, Nudeltöpfen, getrocknetem Fleisch usw. eindecken.

Die Landschaft wird dann auch abwechslungsreicher, plötzlich ist alles grün. Überall sieht man Schafe, Yak-Herden, sehr vereinzelt ein paar Häuser oder auch nur Zelte. Im Hintergrund dann die Berge. Ein paar Mal fahren wir an riesigen Seen vorbei, tiefblau. Tiefblau ist auch der Himmel - welch Erholung für unsere Sinne, die eher meistens ein grau in grau aus China gewohnt sind! Wir erreichen Stunde für Stunde mehr Höhe, an einem Display im Waggon kann man das immer ablesen. Die Luft wird dünner, aber mit viel Trinken und wenig Bewegung gewöhnen sich unsere Körper schnell dran. Irgendwann sind wir dann schon auf über 3.500 m, in der zweiten Nacht gehts dann auf über 4.000 m und am höchsten Punkt sogar auf 5.000 m. Ja, alles ist schon etwas anstrengender, ein leichtes Kopfweh hat eigentlich jeder, und durch Düsen in den Kabinen wird dann irgendwann etwas Sauerstoff geblasen. Aber die Landschaft ist spektakulär, Berge mit weißen Gipfeln im Hintergrund, und irgendwann fahren wir dann über Permafrost-Boden. Tollstes Wetter, tiefblauer Himmel, ein paar weiße Wolken. Ein Genuss für die Augen. Noch ein Stopp an einem Bahnhof - die Luft ist einfach wahnsinnig gut, so klar! Und auch etwas kälter als wir das gewöhnt sind.



Was macht man also so lange in einem Zug? Die Zeit verging überraschend schnell - entweder ein bisschen Lesen, Film schauen, einfach nur aus dem Fenster schauen, schlafen...Nudeltöpfe essen, durch die Waggons laufen und sich freuen nicht die "Holzklasse" mit 6er Kabinen gebucht zu haben, Ich-packe-meinen-Koffer spielen, nachlesen wie diese Bahn entstanden ist, sich unterhalten ... gute Frage, aber die Zeit ist viel schneller vergangen als erwartet/befürchtet! Denn dann ist mehr und mehr Zivilisation zu sehen, kleinere Dörfer, Menschen, mehr Verkehr auf den Straßen.

Und schon sind wir in Lhasa angekommen, 3.600 m über Null! Auch hier ein riesiger Bahnhof. Aber schon etwas erschreckend wie viel Polizei und Militär überall rumsteht; und auch überall die Eisengestänge und Feuerlöscher, für den Fall dass sich mal wieder jemand anzündet und dann damit "gefangen" und gelöscht wird. Das sehen wir dann auch als "Standard-Ausrüstung" an allen öffentlich Orten...

Der Fahrer bringt uns in die Stadt zum Hotel direkt im Zentrum. Und weil es noch hell und super Wetter ist, gehen wir dann auch gleich an den zentralen Platz Lhasas, Borkhar Square, vor dem Jokhang Tempel. Das Stadtbild hatte ich noch vom letzten Besuch im Kopf, die 3- oder 4-stöckigen Gebäude mit den bunten Fenstern und Giebeln. Die vielen Tibeter, die um den Tempel herumpilgern, mit ihren markanten dunklen tibetischen Gesichtern. Aber ansonsten hat sich nach den Unruhen vor einigen Jahren einiges geändert: Sicherheitschecks vor dem Platz, überall Militär, auf den Gebäuden die Wachposten, die die Umgebung beobachten, und anstatt den vielen Marktständen gibt es nun - wie in jeder chinesischen Stadt - die kleinen garagengroßen Läden im Erdgeschoß der Gebäude mit allem möglichen gleichen Krimskrams. Auch Lhasa ist chinesisch-touristisch geworden...aber überraschenderweise sind nicht extrem viel Touristen unterwegs, und wenn man daher diese Punkte ausblendet - Lhasa ist einfach faszinierend, wunderschön, die Tibeter könnte man stundenlang beobachten...

Nach einer Runde um den Tempel genießen wir ein tolles Essen über den Dächern mit Blick auf den Platz & Tempel ... und vom Dach unseres Hotels nachher noch den Sonnenuntergang hinter den Bergen. Und weil das Ganze in der Höhe nicht ganz unanstrengend ist, endet der Abend relativ früh.



Ein Sightseeing-Tag in Lhasa steht auf dem Programm: als erstes der Jokhang Tempel im Zentrum Lhasas. Vor dem Tempel sind bereits wieder unzählige Pilger unterwegs, die sich auf den Boden werfen. Auch das Innere des Tempels ist sehr voll, allerdings dürfen wir als Touristen neben der Schlange vorbei, durch die kleinen Kammern im Tempel; und dann hinauf in den ersten Stock, ins Freie, mit Blick auf die tollen Verzierungen, das viele Gold, und mit dem fantastischen Blick über den Borkhar Platz über die Dächer von Lhasa, bis hinüber zum markanten Potala Palace!



Der ist dann auch der nächste Stopp, nach einer kurzen Kaffee-Pause. Er ist einfach beeindruckend, die Größe, die Farben, die Architektur, und dazu der tiefblaue Himmel! Auch hier gibt es Sicherheitskontrollen bevor man den Platz vor dem Tempel betreten kann. Mönche gibt es hier kaum noch, nur vereinzelt (aber wohl auch eher zum Zweck der Authentizität). Über viele Stufen geht es Schritt für Schritt hinauf - und anstrengend ist das in dieser Höhe! - in die unterschiedlichen Bereiche hinein. Und der Blick von oben ist gigantisch! Über die Stadt hinweg, die Bergketten im Hintergrund. Wieder unten angekommen drehen wir noch eine Runde um den Palast, überall sind auch hier die Pilger in ihren traditionellen Gewändern zu sehen, mit den kleinen Gebetsmühlen, und auch immer wieder die Gebetsmühlen an denen man drehen kann. Aber auch hier ist das Militär Teil der Szenerie...

Den Nachmittag lassen wir ausklingen bei einem kühlen Bier auf einem der Gebäude in der Stadt...und einem tollen tibetischen Abendessen. Auch den traditionellen Markt am Abend neben der Hauptstraße lassen wir uns natürlich nicht entgehen, viele Verkäufer sitzen mit ihren Waren am Boden auf Decken und versuchen die Kunden anzulocken. Und dann fordern die vielen Treppen, Eindrücke, die Höhe und die starke Sonne ihren Tribut und alle sind wir ziemlich k.o. und freuen uns auf eine entspannte Nacht.

Am zweiten Tag besuchen wir nach einem gemütlichen Frühstück und Check-out das Sera Kloster, ein großes Areal am Fuße eines Berges. Angenehmerweise, und da wir anscheinend früh dran waren, waren wenige Touristen aber dafür relativ viele Einheimische unterwegs, in den Gassen von Kapelle zu Kapelle. Aber auch hier sahen wir nur wenige Mönche. Nichtsdestotrotz war es ein schöner Abschluss dieses Kurzbesuches! Nach einem tollen lokalen Mittagessen ging es dann auch schon Richtung Flughafen, und der kurze Trip war viel zu schnell wieder zu Ende - dieses Mal auch leider ohne Ausflüge in die Umgebung und durch Tibet...aber auf jeden Fall trotzdem sehr lohnenswert, und eine ganz andere aber tolle Erfahrung mit der Zugfahrt!

Die wirklichen Eindrücke sind viel besser auf den Fotos auf Picasa zu sehen - viel Spaß!

20. Mai 2014

Putin in Shanghai

Putin kommt nach Shanghai - und da herrscht dann natürlich Ausnahmezustand. Und wie! Schulen wurden geschlossen, ganze Viertel abgesperrt. U-Bahn-Stationen gesperrt. Anwohner wurden aufgefordert alles vom Balkon zu räumen, und im Haus zu bleiben. Die größten Straßen quer durch die Stadt wurden komplett abgeriegelt, und glichen verwaisten Autobahnen - wo sich sonst die Blechlawinen wälzen. Unglaubliche Polizei- und Militärpräsenz in den U-Bahnen und in den Teilen, in denen er unterwegs war...zum Glück dauerte das nur ein paar Tage - denn wirklich angenehm für die Bewohner ist das nicht!!



18. Mai 2014

Überraschungswochenende in Ningbo für eine Freundin

Anstatt einer klassischen Abschiedsparty haben wir für Linda ein Überraschungs-Mädels-Wochenende organisiert! Samstags früh wurde sie überraschend geweckt, und schon gings los. Ab dem Busbahnhof erst mal 3 lange Stunden irgendwo raus aus Shanghai - zum Glück hatten wir Sekt und Verpflegung eingepackt ;-) Leider regnete es in Strömen, was der Laune aber keinen Abbruch tat! Ankommen am Bootsanleger, ging es dann mit dem Schnellboot hinüber nach Putuoshan - eine Insel vor Shanghai, mit einem der heiligen Berge! Linda wusste noch nicht wirklich was, bis wir dann ankamen und sicher herausstellt, dass sie da schon einmal war ;-) Aber was soll's! Der Regen hat fast aufgehört - und so spazierten wir durch das Grün, am Strand entlang (natürlich mit einer "Trinkpause"), und rauf zu einem der heiligen Buddhas und in einen der Tempel (der eigentlich ganz sehenswert ist)! Gemeinsam mit hunderten Chinesen, weil wohl Buddha Geburtstag hatte. Die Chinesen waren alle in lustige bunte Regencapes gehüllt, sogar Schuhe aus Plastik gab es zu kaufen...







Weiter ging es zurück mit dem Boot Richtung Süden, wo schon unser Chauffeur wartete - denn das Wochenende war ja noch nicht zu Ende! Und so gings durch den Regen ein paar Stunden nach Ningbo, wo wir dann im Park Hyatt eincheckten - ein super Hotel, mitten im Grünen, an einem großen See! Einmal duschen und umziehen, und endlich war Zeit für ein Abendessen! Ungewöhnlich Indisch dieses Mal! Und dann DIE Überraschung des Abends: Zeit für KTV (Karaoke), eine von Lindas Lieblingsaktivitäten!


Der Sonntag stand dann ganz im Zeichen eines Relax-Wochenendes: Gemütliches und super leckeres Frühstück, gefolgt von einem Wellness-Programm mit Massage! Super-entspannend! Leider verging das Wochenende viel zu schnell, und so mussten wir dann die Rückfahrt mit dem Schnellzug antreten...BYE BYE LINDA!


14. Mai 2014

Ein Schild mit Wahrheitsgehalt

...entdeckt vor der Toilette im "Light & Salt":


10. Mai 2014

Couch auf der Straße

Gibts auch nicht überall: eine Couch auf einer belebten Kreuzung...


5. Mai 2014

Schuhmode in Shanghai

Das erlebt man in Sachen Schuhmode an einem Morgen in der U-Bahn in Shanghai. Und irgendwo anders ist das nicht besser - alles geht, alles ist erlaubt ;-)



3. Mai 2014

Beeindruckende Reisterrassen von Yuanyang

Weil der letzte Urlaub in Yunnan mindestens 3 Tage zu kurz war, kommt der Maifeiertag genau richtig - also noch einmal ab nach Kunming, dieses Mal mit Linda und Chris, und von dort aus mit dem Bus weiter in den Süden zu den Reisterrassen von Yuanyang! Die Wahl des Hotels in Kunming für die eine Nacht war besser als erwartet, und offensichtlich - laut Auskunft des Hotels - war die Busstation auch gleich ums Eck. Ohne Stress machen wir uns also nach dem Frühstück zu Fuß auf den Weg. Aber schon die Passanten sagen uns irgendwie alle was anderes. Und als wir dann endlich an der Busstation waren, stellte sich heraus, dass von dort erst einmal ein Bus zu unserer Busstation geht. So, das war dann eindeutig zu knapp in der Zeit, also rein ins nächste Taxi und los geht's. Aber die Fahrt dauerte doch etwas länger. Busabfahrt nach Yuanyang war um 10:20; um 10:05 sagt der Taxifahrer, er braucht noch 20 Minuten. Ja, im Kopf waren da schon mögliche Alternativpläne. Aber gut, erst mal dort hin. Ausstieg vom Taxi auf der Rückseite des Bahnhofs, von einer Person zur nächsten fragen wir uns durch wo unser Bus abfährt. Super, mehr oder weniger gefunden! Es ist inzwischen 10:30. Aber erst mal ein Ticket holen, rein in die Halle. Aber klar, wir sind in China, Massen von Leute dort! Eine unbeschäftigte Chinesin hinter einem geschlossenen Schalter … und es stellt sich heraus dass die auch noch nett genug ist ihre Chefin zu fragen was wir mit unserer Reservierungsnummer anstellen sollen. Und da ist auch zufällig noch der Bildschirm zum Ticketdruck gleich nebenan, und zufällig noch eine fähige Einweiserin, die uns dann dabei hilft die Tickets zu drucken! Ok, erste Hürde. So, es ist schon nach halb 11. Gate 4 … zurück durch die Leute, zusammen mit dem Gepäck am Gepäckband des Security Checks vorbei (was aber nicht wirklich jemanden kümmert - für alle die es nicht wissen: vor ein paar Wochen gab es in Kunming am Bahnhof eine Messerstecherei mit Toten, daher gibt es viel Polizeipräsenz überall; aber für die Security Checks scheint es nicht so ernst zu sein). Also laufen wir zum Gate 4 - bis uns von hinten ein Chinese überholt, der wie ein Friseur aussieht, und uns quasi die Tickets aus der Hand reisst…Gate 4 ist zu, er lotst uns durch das Nebengate - und der Bus ist noch da! 10:40 - manchmal wenn es sein muss, muss ein Bus einfach Verspätung haben… Es stellt sich heraus, dass der Friseur unser Busfahrer ist, und irgendwann geht es dann los. Plätze 1 bis 3, die schon besetzt sind, aber wir beharren auf unseren Plätzen vorne - was super ist in einem Bus mit 30 Chinesen über eine solche Strecke! Trotz rauchendem Friseur/Busfahrer ist die Luft dann doch etwas besser als irgendwo zwischen zig Leuten. Los geht's…und dann erst mal wieder Stau, na super, es wird also wieder einmal eine endlose Fahrt - 9 Stunden werden es dann! Inklusive Pause in der Provinzraststätte, Umweg und diversen anderen Stopps mit offensichtlichen Privatinteressen des Busfahrers. Endlich da, und zum Glück hatten wir über die Unterkunft Jacky's einen Transport organisiert, der uns nochmal 30 Minuten auf Kopfsteinpflaster zu unserem Dorf Duoyishu fährt! Zum Sonnenuntergang sind wir leider etwas zu spät - aber in der Dämmerung ergibt sich trotzdem noch ein toller Blick über die Reisterrassen! Das war definitiv mehr als genug Stress für einen Urlaubstag. Und ein bisschen viel Glück zum Anfang! Aber auch die Unterkunft stellt sich als Glücksgriff heraus, Jacky spricht super englisch, seine Mutter ist eine total nette Frau, sie kocht für alle Gäste - und wir wohnen inmitten von Reisterrassen!


Am nächsten Morgen steht der obligatorische Sonnenaufgang auf dem Programm, also quer durchs Dorf hinauf zur Aussichtsplattform, wo sich schon einige Chinesen mit ihrem Stativ positioniert haben! Zuerst liegt der Nebel noch über den Reisterrassen, den Dörfern und den Bergen, dann aber verzieht er sich schrittweise und es bietet sich ein toller, teilweise mystischer Anblick!


Nach Frühstück und Dusche machen wir uns auf den Weg - Jacky hat uns noch mit einer gezeichneten Karte ausgestattet, die uns den Tag lang den Weg durch die Reisterrassen weisen sollte, den wir ansonsten sicherlich nicht gefunden/gewählt hätten! Am Anfang liegt alles noch im dichten Nebel, doch auch so können wir den Bauern beim ackern und Reis pflanzen, Haus bauen (alles scheint hier Baustelle zu sein, wobei wir uns nicht sicher sind ob das irgendwann anders aussehen wird, ob das Auf- oder Abbau ist, Ruinen oder Rohbau), oder einfach beim nix tun zusehen. Auch in dieser Gegend wohnen Minderheiten, sie sehen also nicht wie typische Chinesen aus.


Auf und ab geht die Tour, bis wir einen Felsen erreichen - mit unglaublichem Blick auf unzählige Reisterrassen! Es ist wirklich unvorstellbar, wie viele Terrassen es gibt - soweit das Auge reicht! Welch Aufwand muss es gewesen sein, die anzulegen, sie zu unterhalten, das Bewässerungssystem funktional zu halten! Wir kommen zur besten Saison, viele Felder sind noch geflutet oder werden gerade beackert, andere werden gerade mit Reis bepflanzt, wieder andere sind bereits grün! Und man kann gar nicht genug Bilder machen - auch nicht von den Arbeitern und Arbeiterinnen, die einfach so perfekt ins Bild passen. Welche Mühe hinter der Arbeit steckt!



Wir wandern durch Dörfer, die teilweise wirklich wie im Mittelalter anmuten. Menschen, Schweine, Büffel, Hühner wohnen auf engstem Raum zusammen, es gibt offene Abflusskanäle, die auch als Müllsammler dienen. Wahnsinn. Nach einigen Stunden mit super Wetter wird es dann Zeit für ein Essen - und mehr durch Zufall entdecken wir ein Restaurant, das für uns nochmal die Öfen anwirft! In der Küche suchen wir uns selbst aus, was sie uns dann zubereiten - und es wird ein tolles Essen!

Eine Dusche ist dann auch mehr als nötig - und wir fahren aber gleich wieder weiter, mit einem der Minibusse in ein Nachbardorf, das berühmt für den Sonnenuntergang ist! Allerdings ist es etwas zu neblig und wolkig, sodass wir nicht wirklich einen Sonnenuntergang sehen - dafür aber ein Tal in dem die Reisterrassen schon fast alle grün sind. Ich muss sagen, da war unsere Tour schon beeindruckender, mit dem Mix aus überfluteten, frisch gepflanzten und grünen Feldern! Abends kocht Jacky's Mom wieder für uns auf, und wir fallen ziemlich k.o. ins Bett.

Der Sonnenaufgang am nächsten Morgen, den wir von unserer Terrasse aus fotografieren wollten, ist leider vom Nebel verhüllt, und nach dem Frühstück geht's es dann auch schon wieder zum Bus … und der erste Absatz passiert dann rückwärts noch einmal! Ein bisschen spät kommen wir zur Busstation (die aber sehr viel kleiner ist), schnell noch Tickets gekauft, die Jacky schon für uns reserviert hat, deswegen wieder Sitze 1,2,3; und der Bus wartet natürlich wieder auf uns. Quer durch den Süden Yunnan's, erst hinunter von den 1900 m ins Tal auf 400 m mit eher tropischen Temperaturen, und wieder hoch die Straßen, mal mit Reisfeldern, Gestein, roter Erde, Gemüsefeldern, und allerlei chinesischen Kuriositäten wie offene Viehtransporter oder kleine Karren auf der Autobahn, Früchteverkäufer am Rand der Straße…China eben! Die Zeit vergeht dank iPad und Buch dann doch relativ schnell, und es bleibt noch entspannt Zeit vor dem Abflug…

Ein bisschen viel Transport, aber für einen tollen Tag inmitten von Reisterrassen - und insgesamt unglaublich vielen glücklichen Umständen, eigentlich ziemlich perfektem Wetter … ein super Kurztrip!

Und einige Fotos gibts auf Picasa!